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Bild: © Aqua Viva, Dominic Tinner

13. April 2026

Kinder erforschen den Haselbach – bevor die Revitalisierung beginnt

Mit Kescher, Becherlupe und Messband erkundeten rund 30 Schüler:innen der Primarschule Maschwanden (ZH) den Haselbach. Sie bestimmten kleine Wassertiere, dokumentierten den Zustand des Gewässers und hielten ihre Beobachtungen fest – kurz bevor im Sommer die Revitalisierung beginnt. Aqua Viva begleitet sowohl die Revitalisierung als auch die pädagogischen Aktivitäten und zeigt, wie praktische Gewässeraufwertungen und Umweltbildung Hand in Hand funktionieren.


«Die Kinder tragen nicht nur aktiv zum Verständnis des Zustands des Bachs bei, das Unterrichten im Freien fördert auch die Neugier und Beobachtungsgabe der Schüler:innen und sie erfahren, dass sie mit Ihrem Handeln aktiv etwas bewirken können.»

Dominic Tinner, Projektleiter Gewässerschutz Aqua Viva


Am 7. April erkundeten Kinder der vierten bis sechsten Klasse gemeinsam mit Umweltbildungsfachpersonen von Aqua Viva den Haselbach direkt am Schulhaus. Im Zentrum stand ein Naturmonitoring: Die Kinder bestimmten wirbellose Wassertiere, dokumentierten ihre Funde auf iNaturalist und untersuchten Eigenschaften des Bachs. Die erhobenen Daten dienen als Ausgangspunkt für die anstehende Revitalisierung und leisten einen Beitrag im Sinne von «Citizen Science». Die Daten helfen, Veränderungen im Gewässer später sichtbar zu machen und stehen für Forschungsprojekte zur Verfügung.

Rund 30 Kinder nahmen am Wassererlebnis von Aqua Viva am Haselbach teil.

© Aqua Viva, Dominic Tinner

Sie entdecken und untersuchten den Haselbach vor seiner baldigen Revitalisierung.

© Aqua Viva, Dominic Tinner

Die Schüler:innen waren begeistert vom Wassererlebnistag. «Die Kinder genossen einen lehrreichen und naturnahen Tag und lernten ihren Haselbach neu kennen. Voller Interesse erzählten sie mir von den kleinen Lebewesen, welche sie als Indikatoren im Bach gefunden hatten. Alle gingen mit Begeisterung nach Hause», sagt Schulleiter Marcel Tischer. 

Auch nach dem Baustart bleibt die Schule eingebunden. Weitere Aktivitäten wie die Mitwirkung bei der Bepflanzung, Weiterbildungen für Lehrpersonen und die Planung einer Projektwoche vertiefen das Thema und verankern es langfristig im Unterricht. So können Schulklassen nach der Revitalisierung regelmässig Arten im und am Bach entdecken und dokumentieren. 

Mit einem Massband vermassen die Kinder Breite und Tiefe des Haselbachs.

© Aqua Viva, Dominic Tinner

Am Mikroskop entdeckten die Kinder die gefundenen Kleintiere.

© Aqua Viva, Dominic Tinner

Mit einem «AquaScope» entdeckten die Kinder die Unterwasserwelt des Bachs.

© Aqua Viva, Dominic Tinner

Der Haselbach soll im Mai 2026 auf rund 80 Metern ökologisch aufgewertet werden. Den Impuls dafür gab die Ausbaggerung des invasiven Japanischen Staudenknöterichs, der die Artenvielfalt entlang des Bachs stark reduziert hatte. Geplant sind ein naturnaher Bachzugang, Totholzstrukturen, Uferbepflanzung und ein Niederwassergerinne. Ziel ist ein zugängliches, naturnahes Gewässer, das Lebensraum für Tiere bietet und gleichzeitig als Lernort dient. 

Aqua Viva unterstützt die Revitalisierung fachlich und finanziell und begleitet die Schule bei der Planung und Durchführung der Wassererlebnistage. 

Kontakt

Dominic Tinner

Dominic Tinner

Projektleiter Gewässerschutz

+41 52 510 14 59

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